|
Einmal schickte mir Blandina ein kleines Gedicht von einem (anderweitig unbekannten) Julius Bauer : Der größte Direktor ist Gottvater - der hütet brilliant das Welttheater. Wohl gibt es immer dasselbe Stück, doch hat er einen himmlischen Trick: Er läßt, ist eine Serie um, ersteh'n ein neues Publikum, das von Jahrhundert zu Jahrhundert das alte Stück als neu bewundert. Das Erstehen eines neuen Publikums deutet auf einen nicht-umkehrbaren Vorgang hin, und mir deuchte gleich, daß hierbei der zweite Hauptsatz der Wärmelehre ins Spiel kommt und diesem Gedanken einen Strich durch die Rechnung macht. Weitere Überlegungen zeigen, daß schon rein volkswirtschaftlich die Sache nicht so periodisch abläuft, was zu folgendem Zusatz führte: |
So rollt die Welt auf demselben Gleise - bis auf die fälligen Eintrittsspreise, denn leider steigt die Inflation unbeirrbar monoton. Auch erscheinen die Kulissen bei jedem Male mehr verschlissen, und die Luft im Auditorium wirft bald die stärksten Männer um. Es bleibt kaum jemandem verhüllt: der Platz ist furchtbar überfüllt! Ein kurzer Blick auf das Gewühl vermittelt schnellstens das Gefühl, daß was uns fehlt an diesem Ort ist ein prompter Abtransport! Wenn die Alten gar nicht scheiden, kann Gottvater kaum vermeiden - soll ein Unglück nicht passieren - Neulinge zu rationieren. |